Gesundes Licht

Das Konzept des gesunden Lichts geht aus den letzten Erkenntnissen über nicht-visuelle Wirkungen bestimmter Wellenlängen des Lichts auf das menschliche Nervensystem und die Synchronisierung der biologischen Uhr hervor. Durch die Einwirkung des Lichts ändern sich im Körper täglich Hormonspiegel, Blutzellenkonzentration, Körpertemperatur sowie Stimmung und Wachheit (zirkadianer Rhythmus). Der blaue Bestandteil des Lichts ist für diese Prozesse das Steuersignal.

Es ist daher wünschenswert, dass künstliches Licht für den aktiven Teil des Tages von diesem aktivierenden blauen Bestandteil mindestens so viel wie das Tageslicht enthält, also Ac ~ 100 [1]. Der große Inhalt der blauen Komponente geht Hand in Hand mit der hohen Farbwiedergabetemperatur: Tcp ~ 6500 K. Solches Licht wird jedoch bei „normaler“ Ra > 80 oft als wenig angenehm empfunden. Bei exzellenter Farbwiedergabe Ra > 90 und vor allem sehr guter Wiedergabe von sattem Rot R9 > 80 bewerten die Befragten das Licht am Arbeitsplatz des Autors als angenehm, leicht und den Eindruck vermittelnd, dass man im Raum nicht leuchtet und Tageslicht in ihn dringt. Auf der Basis der subjektiven Bewertungen entsteht so eine technische Definition eines Vollspektrum-Kunstlichts.

Die beschriebenen Lichtquellen neigen dazu, gegenüber den häufigsten Quellen (Ra > 80) eine niedrigere Leistungsdichte aufzuweisen. Dies wird einerseits bedingt durch die geringere Effizienz der Breitbandleuchtstoffe, andererseits durch die Tatsache, dass sie zur Erreichung einer hohen Ra auch an den Rändern des sichtbaren Farbspektrums strahlt (Lila, Tiefrot), die gemäß der Kurve V(λ) nur wenig zum Lichtstrom beitragen, siehe Abb. 1.

Die Lichtquellen sind zusammen mit sichtbarem Licht für den Menschen noch weiter nützlich - sie aktivieren das Nervensystem und beeinflussen den zirkadianen Rhythmus. Das Maß dieser Leistung zeigt sich dabei in keiner Weise in ihrer energetischen Bewertung.

Licht zum Entspannen und zur Beruhigung vor dem Schlaf sollte möglichst wenig aktivierende Bestandteile enthalten. Zum Beispiel beträgt das Ac einer warmen Lampe ca. 30 und verhindert bei niedrigen Beleuchtungsstärken am Abend nicht das Aufkommen von Melatonin. In der Nacht sollte man nicht durch Licht gestört werden, denn das Schlafhormon Melatonin hat viele Regenerativ- und Schutzfunktionen.

Lichtquellen gesunden Lichts finden auch Verwendung bei der Behandlung von Depressionen mit Hilfe von Licht (Lichttherapie). In einigen Fällen wirkt das Licht genauso gut wie Antidepressiva [2]. Licht gibt es glücklicherweise nicht auf Rezept, so dass man eine Depression am besten durch einen Spaziergang an der Sonne oder zumindest durch einen Blick in ein klares – aber angenehmes – Kunstlicht lindern kann.

Das Entwicklungslabor NASLI bietet spektrale Messungen von Lichtquellen und Eigenschaften der Diffusorlampen durch ein Monochromator-Spektrometer, Sicherheitstests von Lampen vor autorisierten Tests sowie Erkennung und Reduzierung von Interferenzen durch einen Spektrum-Analysator an.

Es entwickelt das Konzept der ganzheitlichen Beleuchtung - HLS®, deren Ziel die Spezifizierung der vernachlässigten Eigenschaften von Lichtquellen und Leuchten sowie Verfahren zur Erreichung dieser Ziele ist. Bestandteil der HLS sind: eine verbesserte elektrische Sicherheit (LVD +), sowohl die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV +) und Lichtqualität (QLI +) als auch die nicht-visuellen Wirkungen des Lichts (NVE +).

Das aufsteigende Vollspektral-Lichtstudio entwirft Beleuchtungen gemäß des Konzepts des gesunden Lichts für Wohn-, Büro-und Produktionsräume mit NASLI- Leuchten und -Lichtquellen. Zusätzlich zu neuen Beleuchtungssystemen entwirft es auch Änderungen an bestehenden Systemen zur Verwendung von Lichtquellen mit hoher Ac und Ra. Es führt auch Feldmessungen durch.

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Abb. 1. Die relative spektrale Zusammensetzung des Lichts von LED-Modulen mit unterschiedlicher Farbwiedergabe bei gleichem Lichtstrom

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Abb. 2. Entsprechende Verschiebungen der Farbproben, die bei der Ra-Berechnung verwendet wurden.

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Abb. 3. Lichtdimmer Actis D, 1 x T5 54/28W

Ausgewählte Referenzen

  • Restaurierung-Studios AVU,
  • Tschechische Bahn AG,
  • Hella Autotechnik, GmbH,
  • Senat des Parlaments der Tschechischen Republik,
  • ŠkoFIN, GmbH,
  • Volkswagen Slovakia AG

Literatur

[1] FUKSA, A.: Licht und biologische Uhr. Světlo (Licht), 2010, Nr. 6, S. 56-58.

[2] LAM, RW et al.: Die Can-SAD-Studie. Am J Psychiatry 2006, Nr. 163, S. 805-812.

Übernommen aus der Zeitschrift Světlo, 5/2013, S. 24, www.svetlo.info