Gesunde Beleuchtung
Seitdem der Mensch die Erde bewohnt, ist er tagsüber an das Sonnenlicht und
in der Nacht an die Dunkelheit gewöhnt. Noch vor hundertzwanzig Jahren
verbrachten die Menschen die meiste Zeit des Tages mit Arbeit im Freien bei
Sonnenlicht und gingen mit dem Dunkelwerden schlafen. Die meisten Menschen mit
modernem westlichen Lebensstils arbeiten heute in Räumen bei künstlicher
Beleuchtung und schalten nach Sonnenuntergang das Licht an, um länger
aufbleiben zu können.
Zur Beleuchtung benutzten die Menschen lange Zeit nur Feuer, Kienspäne oder
Kerzen, später Öllampen, danach Petroleum und Gas und schließlich gewöhnten
sie sich an das Licht der ersten Glühlampen, in deren Licht sie sich anfangs
hässlich vorkamen. Nach einer Vielzahl von Verbesserungen nutzten sie auch das
Licht der Leuchtstoffröhren, das in ursprünglicher Qualität eher für
Horrorszenen geeignet war. Jetzt werden die stärkeren Glühlampen obligatorisch
durch Kompaktleuchtstofflampen ersetzt, deren Licht vielen Menschen aber
unangenehm ist, so dass die Frage der Lichtqualität immer mehr in den
Vordergrund tritt.
Bereits in den achtziger Jahren stellte Professor Holwich fest, dass der
Stresshormonspiegel seiner Patienten im Wartezimmer sank, nachdem er
gewöhnliche Leuchtstoffröhren gegen Röhren mit einer besseren Farbwiedergabe
auswechseln ließ. Diese ursprünglichen Röhren wurden später durch seinen
Verdienst im deutschen Gesundheitswesen verboten.
In der heutigen Zeit können wir Leuchtstofflampen herstellen, deren Licht
bis zu 98 % dem Sonnenlicht ähnelt. Am Markt sind jedoch Röhren vorherrschend,
die eine Ähnlichkeit von nur 80 % aufweisen, was auch der festgelegten Norm
für das Beleuchtungsminimum am Arbeitsplatz entspricht. Bei den
handelsüblichen Kompaktleuchtstofflampen ist die Situation oftmals noch
schlechter, weil die Händler häufig damit rechnen, dass sich der Verbraucher
hauptsächlich nach dem Preis richtet.
In Zusammenhang mit der Verdrängung der klassischen Glühlampen durch die
Kompaktleuchtstofflampen ist bei den Verbrauchern der neuen Lichtquellen eine
wachsende Unzufriedenheit wegen ihrer geringen Qualität zu erwarten. Es ist
erforderlich, die Verbraucher über die Unterschiede in der Lichtqualität und
über die Auswirkungen zu informieren und ihnen Lichtquellen höherer Qualität
anzubieten, sofern die bisherigen ihren Wünschen nicht entsprechen. Etwa 80 %
aller bewussten Informationen werden durch das Auge aufgenommen und die
gesamte Lebensqualität des Menschen wird somit durch sein visuelles
Wohlbefinden beeinflusst.
Am tschechischen Markt finden wir Kompaktleuchtstofflampen mit vorwiegend
gelblichweißem Licht. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie an das bekannte
Glühlampenlicht erinnern und dass ein Raum bei niedrigerem Beleuchtungsniveau
gerade in wärmerem Licht natürlicher wirkt.
In Holland vorgenommene Untersuchungen haben ergeben, dass für einen
Menschen, der bei der Arbeit aufmerksam, leistungsfähig und länger munter sein
will sowie Fehler und Unfälle vermeiden möchte, einerseits ein höheres
Beleuchtungsniveau und andererseits eine kältere Farbe von künstlichem Lichts
mit einer Farbtemperatur von 6500 K viel zweckmäßiger ist. Sehr intensives
weißes Licht wird auch in der Medizin im Kampf gegen Depressionen eingesetzt.
Ist nun warmes oder kaltes Licht besser? Am besten ist Sonnenlicht, dessen
Intensität und Farbton sich mit der Tageszeit ändern, und zwar von einem
wärmeren Ton am Morgen über einen kalten zur Mittagszeit bis zu einem wärmeren
am Abend. Die Bestrebungen gehen dahin, mittels biodynamischer Beleuchtung
diese natürliche Erscheinung in Gebäuden nachzuahmen, damit wir uns „drinnen“
annähernd wie „draußen“ fühlen. Es bietet sich eine Reihe von Möglichkeiten,
wie ein solches System gelenkt werden kann, so z.B. durch automatische
Überwachung der Lichtbedingungen im Freien, durch Zeitprogramme oder manuelle
Einstellung nach jeweiligem Bedarf.
Die Praxis lehrt uns ständig, dass jeder Ersatz des natürlichen Zustands
seine Schwächen hat und früher oder später zum Vorschein kommt. Wir sind
Zeugen eines Wechsels von Wellen der Begeisterung über Wissenschaft und
Technik, die uns ständig neue Möglichkeiten und mehr Bequemlichkeiten bieten
und von Wellen der Rückkehr zur Natur, die uns alles in ursprünglicher,
bekannter und mühselig erreichbarer Gestalt bietet. Es liegt nur an uns, wie
wir es verstehen, diese beiden scheinbar gegensätzlichen Tendenzen in unser
Leben einzubinden. Beispiele für „durch Natur inspirierte Technik“ können
Bio-Lebensmittel, natürliche Nahrungsergänzungsmittel, Bio-Kosmetik,
umweltfreundliche Reinigungsmittel, Wasserfilter, Lichtleiter oder auch
hochwertige und gesunde Beleuchtung sein.
Gesunde Beleuchtung bringt dem Menschen sichtbare Lebensqualität.